[re:publica] Dann eben morgen.

Ich war etwas geknickt, daß ich nun doch erst morgen zur re:publica nach Berlin fahren werde, aber dann habe ich gemerkt, daß man auch vom Schreibtisch aus teilnehmen kann: Fotos bei Flickr, Bloggereien via Technorati, Live-Kommentare per SMS bei Dingsbums, Dingsbums bei Tumblr, Tumblr bei Onelinr, Onliner im Presse- und Blogspiegel. Oder so. Und die 800 Liveblogger unter den 700 Konferenzteilnehmern schreiben, daß es vor Ort noch 600 Kameras gibt. Werd’ ich mir also nochmal die Nase pudern, morgen früh im ICE. Man will ja gut aussehen, wenn man bei Flickr am Bildrand herumsteht.

Seminarplan online

Vielleicht interessiert es auch hier den ein oder anderen: Der Seminarplan zu «Journalismus im Web 2.0» ist jetzt hier online. Über Kommentare freue ich mich.

Vostu: Konkurrenz fürs spanische Studivz

Studivz bemüht sich bekanntlich seit einiger Zeit um internationale Expansion, u.a. nach Spanien und Südamerika unter dem Namen estudiln.net. Die Internationalisierung wurde kürzlich in einer Pressemitteilung als “riesiger Erfolg” gefeiert, Zahlen wurden aber nicht genannt - nur (wieder mal) die der deutschen Plattform, bei der 1,9 Mio. Mitglieder angemeldet sein sollen. Nun ja. Im spanischsprachigen Raum ist StudiVZ natürlich auch nicht alleine. Neben Teenager-/Musik-Networks nach Art von Myspace (elhood.com, lazona.com) und Hispanito.com (”Amigos Latinos del mundo, […]”) gibt es da auch eine auf Studenten fokussierte Community: Vostu.com. Gegründet von drei Kommilitonen (ja, wirklich) in Harvard (ja, wirklich). Einen Designpreis kriegen die allerdings auch nicht.

[via mashable]

Journalismus im Web 2.0, erste Sitzung

Am Montag fand die erste Sitzung des Seminars “Journalismus im Web 2.0″ statt, das wir im Sommersemester hier an der Uni Leipzig anbieten. Wir haben 22 Teilnehmer, eine angenehme Runde, und ich bin sehr gespannt, wie unsere sogenannten Seminartools funktionieren werden:

  • Bei Ning.com habe ich ein seminarinternes Social Network angelegt, in das wir Videos*, Fotos (z.B. Screenshots) und Dateien (die Seminarliteratur) hochladen können; ein Blog und ein Forum haben wir dort auch.
  • Jeder Seminarteilnehmer soll ein eigenes Blog anlegen - und zwei haben das sogar schon gemacht: leipzsch.wordpress.com und annikainleipzig.wordpress.com (und bereits jetzt die Hidden Agenda des Seminars herausgefunden: Mehr Technorati-Links für floriansteglich.de/blog :))
  • Dirk bastelt uns außerdem gerade einen “Hive” (Vorbild Spreadshirt), mit dem auf einer Seite (und in einem RSS-Feed) alle Seminarblogs aggregiert werden.

Und Gerrit van Aaken hat mich gerade auf eine Idee gebracht: Livebloggen während des Seminars. Könnten wir auch mal machen. Den Seminarplan stelle ich hier übrigens online, sobald alle Termine mit unseren Gästen bestätigt sind.

* A propos Videos: Ich wollte gerade das “The Web is Us/ing Us”-Video einstellen - sehe ich das richtig, daß YouTube den Code fürs Embedden nurnoch nach Login anzeigt?

Joost - schnelle PR, wenig Video

Ich bin durch gutes “Kundenbeziehungsmanagement” immer schnell zu beeindrucken. Auch wenn es nur eine E-Mail-Antwort ist, die innerhalb einer oder zwei Stunden nach meiner Anfrage kommt. Gestern habe ich eine Mail an Joost geschickt und umständlich erklärt, daß wir im Seminar “Journalismus im Web 2.0″ auch eine Sitzung zum Thema “YouTube und Joost: Das Ende des Fernsehen?” (as we know it) haben werden - für die es hilfreich wäre, die Betaversion von Joost schon mal testen zu können. Man will ja wissen, worüber man spricht.

Die Mail mit der Einladung war drei Minuten später da.

Ich staunte, lud down, verbrachte circa zwanzig Minuten, einen Benutzernamen zu finden, der noch nicht vergeben war (Orangejoost, Applejoost, Joostr, Joostitia - alles schon weg), und sah - nichts. Jedenfalls keine Videos. Widgets, Channelauswahl, alles geht, aber egal, ob ich Pokern, Porsche Cayenne, den Recipe Channel oder einen Musikkanal sehen will: Da steht immer bloß “Coming Up” und die Leuchtstäbchen tanzen. Was mache ich falsch?

Was macht eigentlich … Stern.de?

Stern.de will das führende deutsche Online-Magazin werden, sagt die Pressestelle. Spiegel Online heißt wohl der anzugreifende Gegner, auch wenn Online-Chefredakteur Frank Thomsen auf Hintergrund setzt:

“Wir werden zum einen das Wichtigste vom Tage bieten, als Online-Magazin aber sehr viel mehr einordnen als bisher. (…) Die Menschen sollen bei stern.de nicht in der Flut der minütlich einlaufenden Meldungen ertrinken, sondern wir wollen sie sicher durch den Newsstrom führen.”

Von 140 auf 600 Mio. Page Impressions soll Stern.de es schaffen, indem Online- und Printredaktion enger zusammenarbeiten und die Onliner personelle Verstärkung erhalten. Neue Angebote wie eine “eigene News-Community” kommen dazu.

in2 Fakeblog

An der Blogbar gab es neulich eine Diskussion über Kommentarspammer und ähnliche (”Ranwanzen, aber richtig”), in die sich bald auch ein gewisser Tomek einschaltete - mit Link auf sein Blog Technosexual.de, den Don mit “Ödes Blog, schlechte Schreibe” quittierte. Ich schaute mir das Blog kurz an, überflog zwei, drei Einträge, wunderte mich über den künstlichen Tonfall und vergaß es wieder. Wortfeld und TheMaastrix haben sich wohl auch gewundert - und recherchiert. Gründlich. Nicht nur bei Tomek, sondern auch bei Alina, Katharina, Joe und Mirjam, die alle mehr der weniger heftig im März ins Web 2.0 einfielen, sich alle in wenigen Tagen oder Wochen kennenlernten, teilweise recht nah, alle permanent von der technosexuellen Bewegung faselten und alle in2 irgendwas waren. Und IN2U heißt ein neues Parfum von Calvin Klein. Fakeblogs, neues Kapitel:
Die Story bei Wortfeld, Personen und Chronologie bei TheMaastrix.

[Update: Mario Sixtus hat der Agentur eine Rechnung für die Reklamekommentare in seinem Blog geschickt - über 14.280 €.]

onruhr sucht Geldgeber

onruhr, die lokale PDF-Zeitung aus dem Ruhrgebiet, braucht frisches Geld:

“Weiter kommen wir nicht. Nicht aus eigener Kraft. Deshalb verhandeln wir mit Investoren und suchen weitere Anzeigenkunden”,

schreibt Chefredakteur Uwe Knüpfer im aktuellen Editorial. Überrascht bin ich nicht gerade. Courier-Typo, dieses schrecklicke News-Laufband, das PDF-Format an sich und die Tatsache, daß es automatisch geladen wird, sobald ich nur die Website aufrufen will. Und dann steht da auch noch “LOZ - Lokale Online Zeitung”. Das ist alles so von vorgestern, daß es mich wundert, daß onruhr es überhaupt bis in den Frühling geschafft hat.

[via pottblog]

[Update 04. April: Thomas Knüwer hat eine Mail zugespielt bekommen, in denen die freien Mitarbeiter von onruhr gebeten werden, Honorarforderungen zu stunden - solange kein Investor gefunden sei, könne man keine Honorare mehr zahlen. Immerhin nennt das Chefredakteur Knüpfer selbst eine “Zumutung”, das muß man ihm lassen. Anständig finden muß man’s deswegen trotzdem nicht.]

Interview mit Martin Röll

Ich werde nicht oft auf Einträge drüben bei imgriff.com hinweisen, aber hierüber freue ich mich wirklich: Ich habe per Skype ein kleines Interview mit Martin Röll geführt, dessen E-Business-Weblog ich immer gerne gelesen habe: “Über biochemische Zustände, seine fast leere Inbox und die digitalen und analogen Werkzeuge, die er für seine Arbeit nutzt.

GOR, Tag 1

Kurz ein paar erste Eindrücke von der GOR (General Online Research), die seit heute auf dem Leipziger Mediencampus und im Gohliser Schlößchen stattfindet: Für das Thema Journalismus/Web 2.0 war heute besonders der sogenannte Stream «Weblogs and Effects» interessant, in dem Ergebnisse aus den Studien «Zukunft des Journalismus» und «Euroblog 2007» sowie aus zwei aktuellen Diplomarbeiten präsentiert wurden. Themen: Wie nutzen Journalisten Weblogs? Wie geht Communication Management mit Blogs um? Über welche Branchen/Produkte spricht die Blogosphäre? Welche Möglichkeiten des Blogmonitorings gibt es, und wer nutzt sie (nur 13% befragter Kommunikationsverantwortlicher betreiben überhaupt kein Blogmonitoring!)? Wie und welche Kritik üben Medienwatchblogs? Welche Arten von Beziehungen/Netzwerken knüpfen Blogger über ihr Weblog?

Erstaunlich: Die Konferenz ist deutlich “businessorientierter” als ich erwartet hätte. Zahlreiche Marktforschungsunternehmen sind vertreten, Anbieter von Online-Befragungsservices haben ihre Stände aufgebaut, ciao! ebenso, es steht ein Flugsimulator herum und es werden Red-Bull-Ersatzflüssigkeiten verteilt. Dasja fast schon DLD-Atmosphäre.

Schöne Konferenzumgebung übrigens. Den Mediencampus habe ich ja letzte Woche bereits von innen gesehen, aber in einem Rokoko-Saal des Gohliser Schlößchens etwas über die Instant-Messenger-Nutzung israelischer und amerikanischer Studenten zu hören, ist auch nett.