Schlagzeilen

Blogger verdienten nicht den Schutz des Artikel 5 GG, soll Stephan Holthoff-Pförtner im Namen der WAZ auf dem Medienforum NRW gesagt haben.

Ich frage mich, wieviele von all den Bloggern, die das natürlich umgehend aufgriffen, wirklich geglaubt haben, der Jurist wolle ihnen die Meinungsfreiheit absprechen; und wieviele sich schon gedacht haben, daß er eigentlich “nur” den Teil mit der Pressefreiheit meinte, darüber aber zugunsten der Griffigkeit und wegen des guten Framings (vgl. Klowände ff.) hinweggesehen haben.
Denn mitdenken muß man bei der Pressefreiheit Dinge wie Redaktionsgeheimnis, Auskunftsrechte und journalistische Sorgfaltspflichten. Und darüber kann man ja durchaus diskutieren. So zum Beispiel.

Hoppla.

Hoppla. Don Alphonso hat uns gestern im Seminar besucht, wir haben ein bißchen über offene und verdeckte Werbung in Blogs gesprochen, viel über Blogs an sich, und sehr viel über das Geschäft des Journalismus. Und letzteres kam bei vielen Kommilitonen offenbar nicht wirklich gut an. Formal, weil Don ihnen zum Teil das Gefühl vermittelte, keine Ahnung zu haben vom realen Journalismus; und inhaltlich, weil ihnen die Darstellung dieses Journalismus’ als korrupt und degeneriert zu pauschal war. Ich könnte jetzt sowas sagen wie: Experiment geglückt, denn es ist gelungen, die kleine Sphäre des Seminars analog zur echten Blogsophäre in einen Pro- und einen Contra-Don-Alphonso-Teil zu spalten; dichter ran an “dieses Blogdingens” geht nicht. Und der Gast hat für streitlustige, meinungsstarke Blogeinträge bei den Kollegen gesorgt - sogar mit Kommentaren. Was will man mehr?

Daß Besuch und Besuchte so heftig aufeinanderrasseln, hätte ich mir trotzdem nicht unbedingt gewünscht.

Festgestellt

Daß das Anlegen eines Accounts beim Flickr-Konkurrenten 23hq nicht das gute Gefühl, “etwas getan” zu haben, bringt, wenn man vorher nichts bei Flickr hatte, was man jetzt protestkündigen könnte.

Daß jo schon vor geraumer Zeit im pol-di-Chat mein Blog empfohlen hat. Dankeschön! Seitdem hat es sich leider nicht mehr so “prima entwickelt”, wie ich finde. Und das nicht-medienblog-thematische Kribbeln in den Fingern wird stärker. Ich werde um ein Zweit- oder Sideblog nicht herumkommen.

Daß ich vor einer halben Stunde Kaffee gebrüht habe, der jetzt mal wieder kalt geworden ist.

Studivz und der Traffic

Kleine Anmerkung zum Thema Studivz und IVW: Ich gebe zu, ich bin erstaunt über die Summe der Page Impressions, die das Studivz auf den ersten Platz der IVW-gemessenen Onlineangebote hievt (wohlgemerkt: Wenn man die Liste nach PI sortiert, nicht nach Visits). Daß es so viel ist, hätte ich nicht erwartet. Aber: Page Impressions sind erst dann Ad Impressions, wenn Werbeplätze verkauft wurden; die Tausenderkontaktpreise, die in Mediadaten ausgewiesen sind, werden nicht zwingend auch gezahlt; eine Quote von über 32 Seitenaufrufen pro Besuch ist nichts, was Preise in die Höhe treibt; und: Man sollte man sich ansehen, wie sich die Seitenzugriffe verteilen.

Auf die Kategorie “E-Commerce” nämlich, von der man annehmen kann, daß sie für die ‘Monetarisierung’ eines Internet-Unternehmens auch nicht ganz unwichtig ist, entfallen beim Studivz gerade mal 525.149 von 2,59 Mrd. Page Impressions. Das sind circa 0,02 Prozent. Das Contentangebot von T-Online, das von Studivz vom Thron gestoßen wurde - und jetzt als Beispiel dafür herhalten muß, wie junge Web-Startups die alten Dickschiffe über Nacht abhängen -, das Contentangebot von T-Online also kommt auf 876 Millionen Page Impressions im Bereich E-Commerce.

Am Balken

Jetzt haben taz und Springer-Verlag was gemein: Einen Balken.

Zuviel Internet …

… wenn man auf der Zahnbürste “dotcomtod” liest statt “dontodent”.

Sonst noch was, Tripsbytips.com?

Startups im Web 2.0, behaupte ich jetzt mal etwas freitagabendlich unüberlegt, unterscheiden sich von Startups der Jahrtausendwende dadurch, daß ihre Kommunikation mit dem User, der ihnen nicht selten den Content generieren soll, noch wichtiger ist für Erfolg oder Mißerfolg. “StudiVZ!”, wird jetzt Otto Gegenbeispielverbraucher einwerfen, und hat damit natürlich Recht: Trotz katastrophaler Kommunikation hatte da ein Startup relativ gesehen Erfolg. Trotzdem: Wenn man sich so anstellt wie Tripsbytips.com, hat man es sich zumindest mit mir von vornherein versch…erzt.

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Kleiner hier, breiter dort.

Ich finde die neugestaltete Frankfurter Rundschau im Tabloid-Format wirklich großartig - die zugehörige Website allerdings sieht jetzt noch staubiger aus. Zumal nach dem, was der Tagesspiegel heute abgeliefert hat. Next relaunch, please!

Pause

Keine Blogs, keine Communities, keine Startups, keine BILD, keine Debatte, keine Banner, keine Paketboten, keine Haustürklingel, keine Mails, keine Feeds, keine Kommilitonen, kein Radsport, kein Öffentlicher Personennahverkehr, kein Mauerbau in Ostseebädern, kein 1984, kein Patchouli.

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Urlaub.

Zum Kotzen

Zu vielem kann man sagen “Ist doch nur die BILD”. Zur sogenannten Berichterstattung über Khaled el-Masris Brandstiftung nicht. Hans Leyendecker in der Süddeutschen:

“Die Erklärungen von Springer-Spitzenleuten über sauberen Journalismus, über Qualität erweisen sich angesichts dieses Falles als Konfetti.”

Haben die denn tatsächlich keinen Kloß im Hals, wenn sie solche Hetze an die Druckerei schicken und dann nach Hause fahren? Lieber Mülltonnen nach Flaschen durchsuchen als für dieses Blatt arbeiten!