Der Online-Journalist des Jahres 2006

Das Medienmagazin V.i.S.d.P. war zwar immer ganz erfrischend, schoß aber auch regelmäßig einigermaßen daneben. Gestern hat es die Journalisten des Jahres 2006 mit dem “Goldenen Prometheus” ausgezeichnet. In der Kategorie “Online” ging der Preis an Henryk M. Broder. Tatsächlich. Broder, das ist der ältere Herr, der neulich im Tagesspiegel einen haarsträubenden und außerordentlich elitären Kommentar mit dem Titel “Das Internet macht doof” geschrieben hat. Broder drehte dabei das berühmte Zitat des FAZ-Herausgebers Paul Sethe (”Pressefreiheit ist die Freiheit von 200 reichen Leuten, ihre Meinung zu verbreiten”) ins Positive und beklagte, daß sich heute via Internet einfach jeder äußern könne. Er hielt das vermutlich für provokativ und atemberaubend politisch unkorrekt. Ich halte es für berechenbar und undemokratisch, und Blogger aus [an dieser Stelle bitte ein Land mit autoritärem Regime Ihrer Wahl einsetzen] dürften es auch nicht so richtig lustig finden.

[via mediacoffee]

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3 Kommentare zu “Der Online-Journalist des Jahres 2006”

  1. Journalismus 2.0 » Blog Archive » Die FAS experimentiert weiter

    […] Journalismus 2.0 « Evian und Kombucha Der Online-Journalist des Jahres 2006 » […]

  2. Journalismus 2.0 » Blog Archive » Die Medienwoche (3+4)

    […] Zuletzt: Die FAS mit der Fortsetzung ihres Experiments, diesmal nicht ganz so gelungen; die taz mit einem guten Artikel über Blogs, PR und Werbung und einem Interview mit Don Alphonso [via]; eine Kritik am Tun und Lassen Schweizer Zeitungen im Netz bei onlinejournalismus.de; ein Preis für Henryk M. Broder; und die Feststellung, daß das Internet in den USA eine immer relevantere Quelle für politische Information wird [via]. Die Deutschen Blogcharts bringen seit genau einem Jahr zumindest ein paar Zahlen in die unfaßbare Blogosphäre - herzlichen Glückwunsch zum Geburtstag -, und daß man auch in großen Medienunternehmen nicht immer über die Zahlen Bescheid weiß, gesteht Holtzbrinck-Finanzgeschäftsführer Jochen Gutbrod: “WELT.de: Herr Gutbrod, alle paar Tage meldet die Verlagsgruppe Holtzbrinck neue Online-Beteiligungen. Wie viele hält Holtzbrinck derzeit? […]

  3. SpiegelKritik » Blog Archive » Broder nicht mehr im Impressum

    […] Henryk M. Broder steht derzeit nicht mehr im Impressum des Spiegel. Dort war der Autor, der vor allem seine beißenden Polemiken bekannt wurde, jedoch genauso auch hintergründige Reportagen schreibt, mehrmals und seit dem 24. April 2006 sogar durchgehend als “Reporter” aufgeführt worden. Seit Ende Januar fehlt nun im Impressum der Name Broders - vielleicht hat er ja jetzt dem gedruckten Journalismus den Rücken gekehrt und veröffentlicht in Zukunft nur noch online. Zwar hatte Broder noch im Januar im Tagesspiegel befunden, das Internet mache doof, doch kurz darauf hatte er einen Preis als Online-Journalist des Jahres entgegengenommen, was von einer ganzen Reihe von Blogs aufmerksam registriert wurde. Der Spiegel wollte auf Anfrage von spiegelkritik.de keine Stellung zu der Änderung im Impressum nehmen. Broder selbst teilte mit: “Haben Sie sonst nix, womit Sie sich die Zeit vertreiben können?” […]

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